Erinnerungen eines Jazzmusikers. Gesprächskonzert

Emil Mangelsdorff (sax) – Daniel Mark Eberhard (p, akk) – Josef Holzhauser (git) – Uli Fiedler (b) – Walter Bittner (dr)

Gäste: Barbara Frühwald, Ute Legner, Andrea Rother (voc)

Emil Mangelsdorff zählt zu den profiliertesten Solisten und Komponisten des deutschen Jazz.

Ohne seinen eigenen Stil zu gefährden, verarbeitet er in seiner Musik Einflüsse von Johnny Hodges über Charlie Parker und Lee Konitz bis Anthony Braxton und als Konzeptionist von der Swing-Tradition bis hin zu Techniken des gemäßigten Free Jazz.

Sein Geheimnis ist, dass er sich die pure Lust und Freude an der Musik seit seiner Jugend bewahrt hat, seit jenem Erlebnis vor dem Radio seiner Eltern, als er zum ersten Mal amerikanischen Jazz hörte: „Da lief Louis Armstrong. Ich war geradezu elektrisiert, hatte einen Puls von 160 und wusste: Das ist es, das will ich auch machen!“ Auf dem Akkordeon spielte er die heiße Musik nach und stieg unter der Nazidiktatur zum heimlichen Star der Frankfurter Hotclub Combo auf, bis die Gestapo ihn verhaftete und an die russische Front schickte. Nach viereinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft zurück in Frankfurt spielte er sich als Altsaxophonist in die Spitzenriege des deutschen Jazz hinein.

Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes erzählt Emil Mangelsdorff in diesem Gesprächskonzert von seinem Weg zum Jazz und seinen Erfahrungen als Musiker in Deutschlands dunkelsten Jahren. Und im zweiten Teil der Matinee ist Mangelsdorff, der am 11. April 90 Jahre alt wird, zu hören, begleitet von Musikern des Swing tanzen verboten Septetts.

In Kooperation mit dem Theater Augsburg und dem jazzclub augsburg e.V.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadtsparkasse Augsburg.