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Keine Anzeichen von Altersmüdigkeit”

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Bild: bjz Mann­hei­mer Mor­gen­web

Mann­hei­mer Mor­gen:

Es wa­ren kei­ne Spit­zen-Be­su­cher­zah­len zum Ju­bi­lä­um, was an­ge­sichts des reg­ne­ri­schen Sonn­tags nicht wun­dert. Trotz­dem fei­er­ten die ins­ge­samt 17 000 Gäs­te ein eben­so gro­ßes wie wür­di­ges Fest zum 25. Ge­burts­tag von Jazz and Joy am Wo­chen­en­de.”

Wei­ter­le­sen…

Fr. 22.05. 21 Uhr Geburtstagskonzert EMIL MANGELSDORFF QUARTETT

Emil Man­gels­dorff (sax), Bob De­gen ℗, Vi­told Rek (b), Ja­nusz Ste­fan­ski (dr)

Sei­nen 90. Ge­burts­tag neh­men wir zum An­lass, ei­nen der be­kann­tes­ten deut­schen Jaz­zer und Sa­xo­fo­nis­ten, Emil Man­gels­dorff, in un­se­ren Club ein­zu­la­den, ge­mein­sam mit ihm die­ses Ju­bi­lä­um zu fei­ern und auf ein be­weg­tes Mu­sikerle­ben zu­rück­zu­bli­cken: Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs spiel­te er mit sei­ner Hot­club-Com­bo il­le­gal in Frank­fur­ter Hin­ter­zim­mern, wur­de ver­haf­tet und in rus­si­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft ge­bracht. Nach dem Krieg wur­de er prä­gen­der Be­stand­teil nicht nur der Frank­fur­ter Jazz­sze­ne. An­fangs stark von Di­xie­land und Swing be­ein­flusst, griff er spä­ter auch die von den zeit­ge­nös­si­schen Ent­wick­lun­gen des Jazz wie Be­bop und Fu­si­on aus­ge­hen­den An­re­gun­gen krea­tiv auf. Als mo­der­ner Main­stream-Mu­si­ker im bes­ten Sin­ne zählt Man­gels­dorff heu­te zu den pro­fi­lier­tes­ten So­lis­ten und Kom­po­nis­ten des deut­schen Jazz. Sei­ne fein zi­se­lier­ten Li­ni­en, ge­tra­gen von ei­nem gro­ßen, kla­ren Al­to-Ton, wei­sen ihn als sou­ve­rä­nen Mu­si­ker aus, der die ge­sam­te Tra­di­ti­on, vor al­lem Cool-Ein­flüs­se, mit Blues-Ge­fühl und So­phisti­ca­ti­on zu ei­ner mu­si­ka­lisch schlüs­si­gen Syn­the­se vol­ler Wär­me und Ele­ganz zu­sam­men­fügt. Sei­ne pu­re Spiel­freu­de und ei­ne gro­ße Lie­be zur Mu­sik hat er sich seit sei­ner Kind­heit be­wahrt. Wir gra­tu­lie­ren!

http://unterfahrt.de/index.php?language=de&action=concert&gigid=4748

Erinnerungen eines Jazzmusikers. Gesprächskonzert

Emil Man­gels­dorff (sax) — Da­ni­el Mark Eber­hard (p, akk) — Jo­sef Holz­hau­ser (git) — Uli Fied­ler (b) — Wal­ter Bitt­ner (dr)

Gäs­te: Bar­ba­ra Früh­wald, Ute Leg­ner, An­drea Ro­ther (voc)

Emil Man­gels­dorff zählt zu den pro­fi­lier­tes­ten So­lis­ten und Kom­po­nis­ten des deut­schen Jazz.

Oh­ne sei­nen ei­ge­nen Stil zu ge­fähr­den, ver­ar­bei­tet er in sei­ner Mu­sik Ein­flüs­se von John­ny Hod­ges über Char­lie Par­ker und Lee Ko­nitz bis An­tho­ny Braxt­on und als Kon­zep­tio­nist von der Swing-Tra­di­ti­on bis hin zu Tech­ni­ken des ge­mä­ßig­ten Free Jazz.

Sein Ge­heim­nis ist, dass er sich die pu­re Lust und Freu­de an der Mu­sik seit sei­ner Ju­gend be­wahrt hat, seit je­nem Er­leb­nis vor dem Ra­dio sei­ner El­tern, als er zum ers­ten Mal ame­ri­ka­ni­schen Jazz hör­te: „Da lief Lou­is Arm­strong. Ich war ge­ra­de­zu elek­tri­siert, hat­te ei­nen Puls von 160 und wuss­te: Das ist es, das will ich auch ma­chen!“ Auf dem Ak­kor­de­on spiel­te er die hei­ße Mu­sik nach und stieg un­ter der Na­zi­dik­ta­tur zum heim­li­chen Star der Frank­fur­ter Hot­club Com­bo auf, bis die Ge­sta­po ihn ver­haf­te­te und an die rus­si­sche Front schick­te. Nach vier­ein­halb Jah­ren Kriegs­ge­fan­gen­schaft zu­rück in Frank­furt spiel­te er sich als Alt­sa­xo­pho­nist in die Spit­zen­rie­ge des deut­schen Jazz hin­ein.

An­läss­lich des 70. Jah­res­ta­ges des Kriegs­en­des er­zählt Emil Man­gels­dorff in die­sem Ge­sprächs­kon­zert von sei­nem Weg zum Jazz und sei­nen Er­fah­run­gen als Mu­si­ker in Deutsch­lands dun­kels­ten Jah­ren. Und im zwei­ten Teil der Ma­ti­nee ist Man­gels­dorff, der am 11. April 90 Jah­re alt wird, zu hö­ren, be­glei­tet von Mu­si­kern des Swing tan­zen ver­bo­ten Sep­tetts.

In Ko­ope­ra­ti­on mit dem Thea­ter Augs­burg und dem jazz­club augs­burg e.V.

Mit freund­li­cher Un­ter­stüt­zung der Stadt­spar­kas­se Augs­burg.