Gesprächskonzerte mit dem Emil Mangelsdorff Quartett

Im Mai 1985 haben wir mit der Reihe der Gesprächskonzerte mit Emil Mangelsdorff begonnen, unter dem Arbeitstitel „Swing tanzen verboten – als Jazzmusiker im III.Reich“. Mehrere Generationen haben Emil als Musiker und Zeitzeugen erlebt. Zuletzt war Emil im Jahr 2012 mit dieser Reihe unterwegs, mit acht Konzerten in den Stadtteilen Frankfurts und darüber hinaus.

Emil Mangelsdorff, 1925 in Frankfurt am Main geboren und unter den Bedingungen des Nazisystems herangewachsen, musiziert und berichtet in seiner lebhaften und humorvollen Gabe von den Erfahrungen und Erlebnissen des Jugendlichen Emil, der seine Leidenschaft zum Jazz entdeckt und entschlossen ist, Jazzmusiker zu werden.

Er gehört zu jener „Swing-Jugend“ in Frankfurt, die eine Gegenkultur zum NS-System lebt und Maßnahmen der Gestapo bis hin zur Verhaftung erträgt.

Der Staat, in dem er aufwächst, unterdrückt und verfolgt jede künstlerische Artikulation, deren Basis Freiheit und Menschenwürde ist.

Emil, von der Ausdruckskraft des Jazz, von der Vielfalt der Mittel dieser Musik beeindruckt, erfährt, daß kulturelle Neugier, Kreativität und Offenheit ausreichen, um die Staatsgewalt auf den Plan zu rufen.

Aus der Perspektive eines Jugendlichen erzählt Mangelsdorff. Eindrucksvoll und lebendig zeigt er, daß Zivilcourage und ein Bekenntnis zu kultureller Vielfalt in jeder Gesellschaft möglich und notwendig ist, daß der aufrechte Gang aber auch Spaß macht. Generationen junger Menschen waren bei unseren Touren durch die Stadtteile ein begeistertes Publikum.

Die Gesprächskonzerte werden überwiegend mit dem Emil Mangelsdorff Quartett durchgeführt.

·        Emil Mangelsdorff (Altsaxophon, Stimme)

·        Janusz Maria Stefanski (Schlagzeug),

·        Thilo Wagner (Piano)

·        Vitold Rek (Bass)

Alternativ kann das Thema im Duo Emil Mangelsdorff (Altsaxophon, Stimme) und Thilo Wagner (Piano) oder als Solo mit Emil Mangelsdorff (Altsaxophon, Stimme) gebucht werden.