Emil Mangelsdorff – Saxophon

Als moderner Mainstream-Musiker im besten Sinne zählt der Stilist Emil Mangelsdorff (as, sax, cl, fl, comp, ld) zu den profiliertesten Solisten und Komponisten des deutschen Jazz.

Seine fein ziselierten Linien, getragen von einem großen, klaren Alto-Ton, erweisen ihn als souveränen Musiker, der die gesamte Tradition, vor allem Cool-Einflüsse, mit Blues-Gefühl und Sophistication zu einer musikalisch schlüssigen Synthese voller Wärme und Eleganz zu bringen versteht.

Ohne seinen eigenen Stil zu gefährden, verarbeitet er dabei Einflüsse von Johnny Hodges über Charlie Parker und Lee Konitz bis Anthony Braxton und als Konzeptionist von der Swing-Tradition bis hin zu Techniken des gemäßigten Free Jazz. „Im Zusammenspiel seines Quartetts“, kommentierte der Kritiker Bert Noglik einen Auftritt 1990 in Leipzig, „entstand eine enorme Leichtigkeit, fast so etwas wie Unbeschwertheit, ohne dabei auf die Tiefe des musikalischen Gefühls und Gedankens zu verzichten.“

Sein Geheimnis ist, daß er sich die pure Lust und Freude an der Musik seit seiner Jugend bewahrt hat, seit jenem Erlebnis vor dem Radio seiner Eltern, als er zum ersten Mal amerikanischen Jazz hörte: „Da lief Louis Armstrong. Ich war geradezu elektrisiert, hatte einen Puls von 160 und wußte: Das ist es, das will ich auch machen!“ Auf dem Akkordeon spielte er die heiße Musik nach und stieg unter der Nazidiktatur zum heimlichen Star der Frankfurter Hotclub Combo auf, bis die Gestapo ihn verhaftete und an die russische Front schickte.

Nach viereinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft zurück in Frankfurt spielte er sich als moderner Altsaxophonist in die Spitzenriege des deutschen Jazz hinein. Als einer der Ersten pflegte er die Kunst des Duo-Spiels – zuerst mit Attila Zoller, später mit Bob Degen – und schuf bahnbrechende „Lyrik & Jazz“-Produktionen. Für seine Platte „Swinging Oildrops“ erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis, für seine musikalischen Verdienste und sein politisches Engagement wurde er mit dem Hessischen Jazzpreis, der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen, der Goethe-Plakette und der Johanna-Kirchner-Medaille ausgezeichnet.

Im Dezember 2015 ehrte ihn das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Professorentitel.

KALENDER 2016

FBS_LOGO_ST_SCHWARZ4. Juli 19.30 Uhr (mehr Info) – 7. November 2016, 19.30 Uhr5. Dezember 2016, 19.30 Uhr6. Februar 2017, 19.30 Uhr6. März 2017, 19.30 Uhr: Zum 182., 183., 184., 185., 186. Mal Jazz mit dem Emil Mangelsdorff Quartett und einem besonderen Gast

Justinianstraße 5, 60322 Frankfurt am Main – Tel. (069) 557791 – Fax (069) 598805

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2. April 2016 20:00 Uhr

Manfred Schoof zum 80..
K. Doldinger, E. Mangelsdorff, G. Dudek, R. Carniaux, T. Ngassa, J. Whigham, P. Held, A. Schlippenbach, A. Takase, M. Lüpertz, BuJazzO, M. Schoof, , G. Scobel


HAUS AM DOM FRANKFURT

HAD

28. Mai, 19 Uhr

Landes Jugend Jazz Orchester Hessen (Kicks & Sticks) mit Jazzlegende Emil Mangelsdorff